Wozu sind im Ersatzschaltbild die Elemente Re2, Le2, Re3 und Le3?

Eine möglichst exakte Simulation einer Frequenzweiche setzt voraus, dass man auch von den Impedanzen der Chassis möglichst genaue Werte hat. Die in der modernen Lautsprecherliteratur häufig publizierten Ersatzschaltbilder, die die Schwingspuleninduktivität lediglich mit dem Gleichstromwiderstand Rdc und der Schwingspuleninduktivität simulieren, genügen den Ansprüchen von Boxsim nicht.
Boxsim verwendet daher ein komplexeres Modell mit insgesamt drei Widerständen und drei Induktivitäten. Ein ähnliches Modell wurde bereits in den 60er Jahren des letzten Jahrhundert von Neville Thiele vorgeschlagen, geriet jedoch offenbar zum Teil in Vergessenheit. Da es messtechnisch nicht möglich ist, die Werte des Ersatzschaltbildes von Boxsim direkt zu bestimmen, kann sie Boxsim aus einem gemessenen Impedanzgang berechnen. Genau genommen handelt es sich dabei um eine Iteration der Werte mit dem Ziel, dem gemessenen Impedanzgang möglich nahe zu kommen.

Die Simulationsgenauigkeit dieses Modells ist so gut, dass vorgeschlagen wird, im Falle von nur wenigen (<20) Stützstellen für den Impedanzgang, nicht direkt diese als Basis zur Simulation zu verwenden, sondern zunächst aus dem Impedanzgang die Werte des Ersatzschaltbildes zu ermitteln und anschließend dieses Modell und nicht die Messdaten direkt als Basis der Simulation zu verwenden.

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